4WD Camping – Top ausgerüstet für Australiens Outback

Wer vorhat durch das wunderschöne, einzigartige und unvergessliche Outback im Norden Australiens zu reisen, der sollte einige Zeit in die Planung investieren. Die richtige Jahreszeit, der perfekte Mietwagen, die optimale Route, die notwendige Ausrüstung und natürlich eine große Portion Abenteuerlust sind essentiell!

Fangen wir mit den einfachsten Fragen an. Zu welcher Jahreszeit sollte man das Outback bereisen? Reist unbedingt zur Trockenzeit! Der Norden Australiens wird vom tropischen Klima beeinflusst und zur Regenzeit sind viele Straßen überschwemmt und unpassierbar! Der Trip fällt buchstäblich ins Wasser! Hätte man nicht erwartet oder? Die Trockenzeit dauert von Mai bis Oktober. Die Monate Juni bis August sind optimal für eine Reise durch das Northern Territory. Wir haben die späte Trockenzeit, also den August gewählt, da wir sicher sein wollten, dass die Flüsse, die wir durchqueren müssen, auf ihrem niedrigsten Level sind. Somit können wir relativ sicher sein, dass alle Straßen passierbar sind.

Nächster Punkt: der richtige Mietwagen. Zum Mietwagen werden wir noch einmal ausführlichere Infos geben, aber zunächst eins vorweg: man braucht unbedingt einen 4WD, also einen richtigen Geländewagen. Mit einem Hausfrauen-City-SUV, wie wir einen in Western Australia hatten, kommt man im Northern Territory nicht weit. Die Idee mit dem Campervan könnt ihr schon gleich vergessen.

Seine Route sollte man sich schon im Voraus zurecht legen, denn die Distanzen sind nicht zu unterschätzen. Auch sollte man mit unvorhergesehenen Problemen und Straßensperrungen rechnen und immer mal wieder googlen, ob noch alles in Ordung ist. Überlegt euch wie lange ihr in einem National Park bleiben wollt, welche Orte ihr besuchen wollt und welche Straßen ihr mit eurem Mietwagen überhaupt befahren dürft. Dann gebt eure Route einfach mal Stück für Stück in Google Maps ein und überprüft, ob das überhaupt alles zu schaffen ist!

Auf einer Reise durch das Outback sollte man immer sehr gut vorbereitet sein! Genug Wasser ist essentiell! Es kann vorkommen, dass es mehrere 100km bis zur nächsten Tankstelle sind! Blöd, wenn einem der Sprit ausgeht. Macht euch über Verhaltensregeln bei einer Panne, Unfällen oder Schlangenbissen schlau. Sollte was passieren, habt ihr nämlich kein Handynetz um das Problem „schenll mal zu googlen“ oder um Hilfe zu rufen. Keine Sorge, das hört sich jetzt schlimmer an als es ist, aber Vorsorge ist in diesem Fall besser als Nachsicht. Zur Ausrüstung geben wir später noch mehr Informationen. Wir haben sogar eine Einkaufsliste für euch.

So, wenn das alles euch immer noch nicht abgeschreck hat und ihr immer noch Bock habt durchs Outback zu reisen, dann seid ihr die Richtigen für jede Menge Spaß, Abenteuer und unvergessliche Erlebnisse!

Ready for Adventure?

Übersicht

Da dieser Artikel doch sehr lang ist und viele Informationen enthält, an dieser Stelle eine kleine Übersicht der Themen.

  • Mietwagen
  • 4WD Mietwagen Masterplan für Australiens Outback
  • Unser Mietwagen
  • Tipps zum Fahren im Gelände
  • Mietwagenversicherung
  • Tipps zur Campingausrüstung (mit Einkaufsliste)
  • 4WD Mietwagen zum Camper umfunktionieren
  • Simkarte und Apps
  • Von Darwin nach Broome
  • Aufbruch ins Abenteuer

Mietwagen

Um noch einmal zum Mietwagen zurück zu kommen. Wie bereits erwähnt, benötigt ihr einen richtigen Geländewagen. Während es bei uns nur die Bezeichnung SUV gibt, wird der Geländewagen in Australien in zwei Kategorien unterteilt. Der richtige Geländewagen wird 4WD (Four-Wheel-Drive) genannt und ist das perfekte Fahrzeug für eine Outback-Tour. Die zweite Kategorie nennt sich AWD (All-Wheel-Drive) und ist bei Australiern allenfalls ein trauriger Witz. Wichtig beim Geländewagen ist vor allem die „High-Clearance“, also ein großer Abstand vom Unterboden des Autos zum Boden. Auch solltet ihr euch schlau machen, auf welcher Höhe sich der Lufteinlass befindet, sollte euer Auto keinen Schnorchel haben. Schnorchel ist eigentlich selbsterklärend 😉 Mit einem Schnorchel könnt ihr durch sehr tiefe Flüsse fahren ohne Angst zu haben, dass euer Auto „ertrinkt“. Kommt ohne einen Schnorchel Wasser in den Lufteinlass geht der Motor aus/kaputt, das Auto bleibt stehen und ihr haftet in den meisten Mietverträgen für den vollen Fahrzeugwert. Nicht lustig.

Wer also im Internet nach dem richtigen Mietwagen sucht, wird schnell auf Firmen stoßen, die 4WD-Camper anbieten. Diese Fahrzeuge sind perfekt, schließlich bieten sie fast den Komfort eines Campervans und die Geländestärke eines 4WD. Damit kommt ihr so gut wie überall hin, seid bei Off-Road Fahrten, Flussdurchfahrten und wer weiß was noch versichert. Ihr habt die komplette Campingausrüstung und ein Hilfe-Kit für Fahrten in unwegsamem Gelände. Super! Leider sind die 4WD-Camper nur was für Leute mit dickem Geldbeutel! 4 Wochen mit Versicherung kosten mindestens 5000€! Das sind ca. 180€ am Tag! Ohne Versicherung, die den Selbstbehalt auf 0€ reduziert, solltet ihr auf keinen Fall ins Gelände fahren, schließlich liegt der Selbstbehalt bei dieser Fahrzeugkategorie bei ca. 3000 – 5000€! Hinzu kommt, dass das der Preis für die niedrigste Kategorie ist, das heißt ihr dürft jeden Tag euer Zelt auf- und abbauen. Wir möchten in Australien nicht zelten, schließlich weiß man nie welches Tier nachts vorbei schaut. Außerdem übernachtet man oft an sehr einsamen Orten und verrückte Menschen gibt es überall… Da ist uns die Sicherheit in einem abgesperrten Auto zu übernachten, mit dem man jederzeit losfahren kann, tausendmal lieber! Den Preis für ein 4WD-Motorhome müssen wir an dieser Stelle aber wohl gar nicht erwähnen 🙁

Natürlich kann man sich ein Auto kaufen und am Ende des Trips wieder verkaufen. Wenn ihr nicht mehrere Monate unterwegs seid, fällt ein Autokauf aber schon mal ins Wasser. Ihr investiert viel zu viel Zeit und Geld! Es gibt Firmen, die das Auto wieder zurück kaufen, aber natürlich macht ihr da Verlust. Und die bezahlbaren Geländewagen haben natürlich schon einige Kilometer unter der Haube. Ihr werdet nie wissen, ob ihr heil durchs Outback kommt und was ihr alles an Reparaturen reinstecken müsst! Für uns auf keinen Fall eine Alternative!

4WD Mietwagen Masterpan für Australiens Outback

Was also tun, wenn man nicht mehrere Monatslöhne für einen Australientrip ausgeben möchte? Und trotzdem mit einem sicheren und zuverlässigen Geländewagen unterwegs sein will? Wir haben stundenlange Recherchen betrieben um unseren Traum durch Australiens Norden zu reisen zu verwirklichen und nicht unverhältnismäsig viel Geld für einen Mietwagen ausgeben zu müssen. Achtung, das sind nun echte Geheimtipps 🙂

Wir haben auf billiger-mietwagen.de nach unserem 4WD gesucht.

Als bester Veranstalter hat sich AVIS herausgestellt. Und zwar ausschließlich die höchste Fahrzeugkategorie W! Was spricht für AVIS bzw. auf welche Details muss man achten:

  • Man sollte die Fahrbeschränkung überprüfen, also Straßen die man nicht befahren darf. Bei SunnyCars darf man z.B. nicht einmal mit einem 4WD auf einer „unbefestigten Straße“ fahren, d.h. versichert ist man nur auf geteerten Straßen! Verrückt oder? Dann können noch spezielle Straßen vom Anbieter ausgeschlossen werden. AVIS erlaubt die Fahrt auf der berühmten „Gibb River Road“ – aber nicht die Strecke zu den Mitchell Falls. Der Purnululu National Park ist ebenfalls bei vielen Anbietern ausgeschlossen, bei AVIS nicht.
  • Natürlich sind bei ALLEN Anbietern Flussdurchfahrten nicht versichert, das heißt man haftet für den kompletten Fahrzeugwert. Allerdings hat uns AVIS Australia (nicht Deutschland) bei telefonischer Nachfrage bestätigt, dass man NACH der Flussdurchfahrt wieder versichert ist. Übersteht man die Flussdurchfahrt ohne Probleme, ist man für die restliche Fahrt wieder versichert. Sollten allerdings nachträglich und nachweislich Schäden durch Wassereinwirkung auftreten, haftet man dafür.
  • Ein weiterer Vorteil: Single-Vehicle-Accidents (SVA’s) sind bei AVIS ebenfalls versichert! Verursacht ihr also einen Unfall, ohne dass ein anderes Fahrzeug/Person beteiligt ist, gilt das als SVA und ihr haftet selbst dafür. Fahrt ihr also ohne ersichtlichen Grund gegen einen Baum, seid ihr versichert! Das ist bei vielen anderen Anbietern ausgeschlossen! Ihr müsst den kompletten Schaden bezahlen. Geklärt werden muss, ob auch ein Rollover versichert ist. Fällt euer Fahrzeug bei einem SVA auf das Dach, kann das wiederum ausgeschlossen sein.
  • Nachteil: oft werden Reifenschäden oder Scheiben von der Versicherung ausgeschlossen, d.h. trotz 0€ Selbstbeteiligung müsst ihr für einen kaputten Reifen oder eine gerissene Windschutzscheibe zahlen. Das könnt ihr mit der icarhireinsurance.com umgehen. Mehr Infos zu dieser Versicherung weiter unten.
  • Nachteil: limitierte Kilometer. Die höchste Fahrzeugkategorie hat bei fast allen Anbietern eine limitierte Kilometerzahl. Ganz schön blöd, bei einem so großen Land wie Australien! Die Fahrzeugkategorie W von AVIS ist auf 100km/pro Tag limitiert – ganz schön wenig! Mietet man die Kategorie W aber länger als 4 Wochen, erhöht sich die Limitierung auf 130km/pro Tag! Das haben wir aber nur zufällig heraus gefunden und durch die Eingabe verschiedener Zeiten und Abholorten kann sich das wieder ändern! Rechnet deshalb eure Route sehr großzügig durch, ob ihr sie mit der limitierten Kilometerzahl überhaupt bewältigen könnt. Pro Extrakilometer zahlt man ca. 0,19€.
  • Ihr solltet auf eine Einwegmiete verzichten und das Fahrzeug in derselben Stadt abgeben. Sonst zahlt ihr nochmal 500-1000€ extra.
  • Die Mietbedingungen können sich natürlich immer wieder verändern. Unsere Angaben sind keine Garantie

Unser Mietwagen

Wir haben also für 37 Tage 2041€ Mietwagen + 210€ Extrakilometer + 70€ Versicherung bezahlt. Das macht 63€ pro Tag! Zur Erinnerung, die kompletten 4WD-Camper starten bei 180€ pro Tag! Das wären in unserem Fall mindestens 6660€! Wir haben also über 4300€ für den Mietwagen gespart! Unglaublich! Da lohnt sich die Recherchezeit doch! 🙂

An der Station bei AVIS holen wir unseren Mietwagen ab. Es ist ein Toyota Landcruiser Prado! Perfekt! Er hat brandneue Leicht-LKW-Reifen, die optimal für unwegsames Gelände sind. Natürlich ist alles gewartet und kontrolliert – perfekt für eine sichere und zuverlässige Fahrt ins Outback! Schließlich muss AVIS dafür sorgen, dass er in einem einwandfreien Zustand ist. Er ist nicht mehr der jüngste mit 100.000km Outback-Erfahrung, und ganz neu sieht er auch nicht mehr aus. Aber das dient unseren Zwecken, schließlich wird er bei der Rückgabe wahrscheinlich etwas mitgenommen aussehen. Wir dokumentieren alles mit Fotos – was man immer machen sollte! – aber AVIS beruhigt uns, dass wir uns deshalb keine Gedanken machen müssen. Bei der Abgabe erfahren wir auch warum: es war die letzte Fahrt unseres Prado! Schade, er hat uns nie im Stich gelassen und alle verrückten Ideen mitgemacht! Verwundert waren wir bei der Abgabe, dass niemand das Fahrzeug kontrollieren wollte. Bei der Schlüsselabgabe wurden wir komplett auf Vertrauensbasis nach einem vollen Tank und den gefahrenen Kilometern gefragt! Wir sind begeistert von AVIS!

Unser 4WD Mietwagen von AVIS

Tipps zum Fahren im Gelände

  • Allein der richtige Mietwagen reicht aber noch nicht aus um aus euch Gelände-Pros zu machen! Schaut im Internet nach Tipps und Tricks was ihr im Gelände machen müsst. Beispielsweise sollte man nicht das Lenkrad festhalten wenn man durch steinige Passagen fährt. Man kann sich nämlich ganz schnell einen Finger brechen wenn das Lenkrad herumreist. Hättet ihr das gewusst? Was solltet ihr bei sandigen Straßen machen… Ihr seht schon: Vorbereitung ist alles!
  • Wichtig ist außerdem den richtigen Reifendruck eures Fahrzeugs zu kennen. Auf sehr unwegsamen Straßen ist es unerlässlich den Reifendruck zu senken. Und anschließend wieder Luft hinein pumpen zu können. Wir haben eine kleine Fußpumpe gekauft, schließlich ist nicht immer eine Tankstelle in der Nähe. Der Reifendruck kann je nach Fahrzeug variieren.
    • Offroad (kalte Reifen): 28psi (bei tiefem Sand nur 18psi!)
    • Offroad (warme Reifen): 32psi
    • Straße (kalte Reifen): 38psi
    • Straße (warme Reifen): 40psi
    • Faustregel für Höchstgeschwindigkeit: 3-facher Reifendruck (psi) in km/h (Bsp.: Mit 28psi sollte man maximal 28*3 = 84km/h fahren, damit der Reifen nicht überhitzt und platzt)
  • Wisst ihr wie man ein Geländefahrzeug auf 4WD stellt und wie man die Fahrweise anpassen muss? Das ist z.B. unerlässlich bei Flussdurchfahrten! Ohne die Aktivierung der 4WD-Leistung könnt ihr im Fluss stecken bleiben – und ihr wisst ja, dann wirds teuer 😉 Aber nicht nur das, mitten im Fluss aussteigen ist niemals zu empfehlen, schließlich können sich Krokodile im Fluss befinden 😀
  • Ein Erste-Hilfe-Kit haben selbst wir uns nicht zugelegt. Das sprengt einfach irgendwann den Rahmen. Eine kleine Schaufel hatten wir dabei, falls wir irgendwo feststecken. Aber zur Trockenzeit ist erstaunlich viel los – wenn man das im Outback so sagen kann – und ein freundlicher Aussie kommt irgendwann vorbei um euch aus dem Dreck zu ziehen. Aber am besten nie darauf anlegen!

Tipps findet ihr im Internet. Unterwegs trefft ihr freundliche Aussies, die euch gerne über ihre Erfahrungen berichten und euch noch bessere Tipps geben können als im Netz. Oft kann man auch andere Reisende fragen wie die Straßenzustände sind. Diese Informationen sind goldwert! Aber ihr solltet unbedingt auch einen Blick ins Manual eures Fahrzeugs werfen! Dort findet ihr nicht nur hilfreiche Verhaltensweisen, sondern auch die 4WD Einstellung eures Fahrzeugs 😉

Das Auto allein reicht nicht – man muss es auch beherrschen können

Mietwagenversicherung

Mit AVIS habt ihr normalerweise eine LDW (Loss Damage Waiver), das bedeutet, sollte euer Fahrzeug gestohlen oder beschädigt werden, haftet ihr nur für die im Vertrag aufgeführte Selbstbeteiligung. Diese ist in Australien und dieser Fahrzeugkategorie mit 3000-5000€ sehr hoch.

Ihr könnt deshalb eine ER (Excess Reduction) beim Anbieter abschließen, die euren Selbstbehalt reduziert oder sogar auf 0€ senkt. Beachtet aber, dass in den meisten Fällen Reifen-, Scheiben-, Dach- und Unterbodenschäden von dieser Reduzierung ausgeschlossen sind. Das heißt ihr haftet trotzdem für diese Schäden. Auch müsst ihr Abschleppkosten selbst tragen. Nicht optimal oder?

Wir haben deshalb keine ER, sondern die Zusatzversicherung von icarhireinsureance.com abgeschlossen. Diese kann für einen bestimmten Zeitraum oder für ein ganzes Jahr abgeschlossen werden.

Vorteile von icarhireinsurance.com

  • die Versicherung übernimmt den Selbstbehalt von bis zu 6000 britischen Pfund (7000€), egal ob als Einmalschaden oder in mehreren Schäden. Das ist vor allem bei dem hohen Selbstbehalt in Australien von Vorteil, denn viele Zusatzversicherungen zahlen diese hohe Summe nicht.
  • Reifen, Windschutzscheibe, Dach und Unterboden sind ebenfalls mit einem bestimmten Betrag abgedeckt. Diese Schäden können im Outback schnell passieren.
  • Abschleppkosten werden ebenfalls zu einem bestimmten Betrag übernommen – Achtung, diese können in Australien sehr hoch sein
  • Versicherer war 2017 bei uns Allianz Global Assistance, jetzt ist der Versicherer Zurich Insurance plc

Die Versicherungsbedingungen von icarhireinsurance sind sehr verständlich und übersichtlich dargestellt. Wir haben damals die weltweit gültige Jahresversicherung für 60 Pfund (70€) abgeschlossen. Einen „Claim“ mussten wir aber nie beantragen, deshalb können wir euch dazu nichts sagen.

Es gibt auch ein deutsches Pendant auf leihwagenversicherung.de. Vorteil: derselbe Versicherer, aber alles auf Deutsch statt auf Englisch. Nachteil ist allerdings, dass die Versicherungssumme mit 3500€ sehr niedrig ist. Außerdem liegt die Obergrenze bei einem Einmalschaden bei nur 2500€, das deckt euren Selbstbehalt in Australien nicht!

Tipps zur Campingausrüstung

Was nun noch fehlt, ist die Campingausrüstung, die natürlich in diesem Fall nicht dabei ist. Schließlich ist das Fahrzeug von AVIS ein ganz normaler Mietwagen. Mit dem Auto geht es also zunächst zum Shoppen! Plant euch genügend Zeit ein, wir haben ca. 4-5 Stunden dafür benötigt! In Darwin haben wir unsere Sachen in folgenden Geschäften gekauft: Coles, Woolworths, Big W, K-Mart und Bunnings.

Einkaufsliste:

  • Luftmatratze QueenSize (200*150cm), Luftpumpe
  • 2x Schlafsack, 2x Kissen (+Bezug), Bettdecke (+Bezug)
  • 2x Campingstühle, Tisch (alternativ eine StorageBox)
  • Campingkocher + Gasflaschen
  • Topfset + Kochgeschirr
  • scharfes Messer + Schneidebrett
  • große Schüssel
  • Teller, Schüsseln, Becher, Besteck
  • Schäler, Dosenöffner…
  • Frischhalteboxen
  • Spüleimer, Topfschwamm, Spülmittel, Geschirrtuch
  • Küchentücher, Klopapier, Taschentücher
  • Frischhalte-, Alufolie, Müllbeutel
  • Seife
  • mehrere Wasserkanister für Trinkwasser und Spülwasser
  • 2-3 Storage Boxen, jeweils ca. 60l
  • Mückennetz für Fenster (wichtig bei heißen Nächten)
  • Benzinkanister (Bunnings)
  • Fußpumpe für Autoreifen
  • Grillanzünder
  • Schaufel
  • Edding zur Beschriftung, Klebeband
  • Wäscheleine

Zu Essen solltet ihr möglichst unverderbliche Ware mitnehmen, schließlich habt ihr keinen Kühlschrank. Gut dafür eignen sich Reis, Nudeln und Dosengerichte. Kekse und Süßigkeiten als Proviant für Wanderungen in den National Parks dürfen auch nicht fehlen. Obst und Gemüse halten sich nur wenige Tage, sollten also immer schnell aufgebraucht werden. Fleisch, Wurst und Käse sollten immer direkt am Einkaufstag gegessen werden. Ihr werdet jedes mal froh sein, wenn ihr nach mehreren Tagen wieder einen Supermarkt seht! 😀 Um das einseitige Essen etwas aufzupeppen, solltet ihr auch Salz, Pfeffer, Gewürze, Essig, Öl und Soßen nicht vergessen. Nach jedem Einkauf gab es bei uns ein „Chicken Schnitzel“ – heißt wirklich so – mit frischem Salat – lecker! 😀

Wasserflaschen braucht ihr natürlich auch! Vom Wasserkanister könnt ihr Wasser nachfüllen. Nach wenigen Tagen Benutzung solltet ihr die Flaschen wegen der Hygiene auswechseln. Spülwasser und Trinkwasser halten wir strikt getrennt. Trinkwasser kaufen wir nur im Supermarkt, Spülwasser füllen wir in den gratis Nachfüllstationen in Städten nach.

Eine Wasserflasche und Seife zum Händewaschen sind immer griffbereit in der Autotür.

Ihr solltet alles in die Aufbewahrungsboxen sortieren. Organisation und Ordung ist in diesem Fall oberste Pflicht! Sonst schlaft ihr nach zwei Tagen im totalen Chaos und findet nichts mehr!

Für unseren ersten Kompletteinkauf in Darwin mit Campingausrüstung und Essen haben wir ca. 250€ bezahlt. Hört sich zunächst nach viel Geld an, aber Lebensmittel sind in Australien 2-3mal so teuer wie in Deutschland.

Campingausrüstung selber kaufen

Genügend Benzin sollte man im Outback immer dabei haben! Schließlich weiß man nie genau wann die nächste Tankstelle kommt und ob diese überhaupt geöffnet hat! Den Ersatzbenzinkanister sollte man wegen des Geruchs entweder sehr gut verpacken und verstauen oder außen am Auto befestigen. Wir haben diesmal keinen gebraucht, denn stellt euch vor: unser Prado hatte einen 150l Tank! Und damit eine Reichweite von mehr als 1300km! Perfekt fürs Outback! Man sollte nur keinen Schock beim Tanken bekommen, oder habt ihr schon einmal fast 200$ für eine Tankfüllung bezahlt?! 😀 Unser Prado war mit 10l/100km zum Glück ziemlich sparsam im Benzinverbrauch.

Wir haben für 5700km 500€ für Benzin ausgegeben.

In unseren Prado passen bis zu 150l Benzin! Teure Rechnung 😉

4WD Mietwagen zum Camper umfunktionieren

Wie schon erwähnt ist es uns in Australien zu unsicher im Zelt zu schlafen. Einerseits weiß man nie welche Tiere nachts unterwegs sind. Andererseits weiß man auch nie was für Menschen unterwegs sind. Schließlich hat man oft kein Handynetz um im Notfall nach Hilfe rufen zu können. Einmal waren wir mit nur einem einzigen anderen Fahrzeug mitten im Nirgendwo. Fahrzeug und Dachzelt sahen sehr heruntergekommen aus, die Person haben wir nicht gesehen. Da kann abends schon ein leicht mulmiges Gefühl entstehen. Man fühlt sich im zugesperrten Auto sicherer und könnte auch jederzeit auf den Fahrersitz klettern und davon fahren. Zurück zu der Situation. Am nächsten Morgen entdecken wir den Besitzer des heruntergekommenen Fahrzeugs. Eine junge Frau macht vor dem Auto Yoga! 😀

Dass auf eurer Reise eine brenzlige oder gefährliche Situation entsteht geht wahrscheinlich gegen Null. Aber für das eigene Sicherheitsempfinden und einen ruhigen Schlaf empfehlen wir im Auto zu schlafen, statt in einem Zelt. Kleines Beispiel: ihr müsst nachts mal raus zur Toilette. Neben euch im Busch raschelt es. Nicht weit entfernt hört ein Rudel Dingos heulen! Kein Witz, diese Situation gibt es oft! Wir sind froh dann schnell wieder ins Auto klettern und hinter verschlossenen Türen schlafen zu können 😀

Hier zeigen wir euch unseren Mietwagen, den wir nachts zum Camper umfunktioniert haben. Hat man mal Routine entwickelt, ist alles in 10min aufgebaut! Sitze umklappen, Beifahrer- und Fahrersitz ganz nach vorne schieben, Luftmatratze hinein legen, Decken, Kissen – fertig!

Unser „Zeltersatz“
Klein, aber kuschelig

Der Innenraum unseres Toyota Landcruiser Prado ist überraschend groß. Unsere Luftmatratze hat eine Breite von 1,4m und eine Länge von 1,9m und dahinter haben sogar noch unsere Aufbewahrungsboxen Platz! Das heißt, diese müssen wir für den Abend nicht mehr umräumen! Boxen reingestellt – fertig! Da kommt man nachts sogar schnell an leckere Snacks! 😀

Auto zum Camper bauen
Gute Nacht!

Wir haben eine Wäscheleine rundherum gespannt, dort kann man nicht nur Klamotten während der Fahrt trocknen, sondern nachts für die Privatsphäre auch alles mit Decken oder Tücher zuhängen. Wir hatten mit unserem Mietwagen wiederum Glück, denn er hatte abgedunkelte Scheiben, sodass niemand hineinsehen kann. Sind die Nächte sehr warm, kann man ein Fenster herunter lassen, aber unbedingt ein Mückennetz anbringen! Stechmücken gibt es im Outback nicht zu knapp!

Am nächsten Morgen kommt der Clou! Ihr müsst nicht alles wieder abbauen! Einfach die Luftmatratze vorsichtig nach oben klappen. Beifahrer- und Fahrersitz wieder zurück schieben. Vorne verstaute Sachen wieder nach hinten räumen. Ihr seht damit nicht mehr im Rückspiegel nach hinten, aber mal ehrlich, so viel Verkehr ist im Outback wirklich nicht! Außerdem habt ihr durch die Matratze einen Sicherheitsschutz, denn bei einem Unfall kann sie die herumfliegenden Dinge (größtenteils) abfangen. Nach ein paar Tagen verliert die Matratze ein wenig Luft, dann einfach wieder aufpumpen.

Nachtzustand
Tagzustand

Gut, etwas chaotisch sieht es schon aus. Deshalb ist Ordung halten so gut es geht oberste Pflicht! Durch die abgedunkelten Scheiben sollte das Chaos zum Glück niemand sehen 😀

Simkarte und Apps

Die Simkarte solltet ihr vom größten Anbieter „Telstra“ kaufen. Obwohl der Handyempfang im Outback mehr schlecht als Recht ist, habt ihr mit Telstra die höchsten Chancen ab und zu mal Netz zu haben! Informiert euch auf der Homepage welcher Tarif zu euch am besten passt. Simkarten in Australien sind nicht ganz billig.

Unverzichtbare Apps sind ein Navigationssystem mit Offline Karten. Wir verwenden HERE WeGo, welches uns immer zum Ziel geführt hat! Wir waren manchmal erstaunt, dass selbst die unwichtigsten Straßen im Outback verzeichnet waren. Sollte das Navi doch Probleme bekommen, hilt euch MAPS.ME aus der Patsche. In den Offlinekarten sind viele Straßen, Supermärkte, Sehenswürdigkeiten und mehr verzeichnet.

Ohne diese App solltet ihr auf keinen Fall losfahren: WikiCamps Australia. In dieser App könnt ihr Offlinekarten und Informationen zu Campingplätzen, National Parks, Sehenswürdigkeiten und noch mehr herunterladen. Diese App hilft euch den nächsten Campingplatz und Informationen dazu zu finden, denn User können Kommentare schreiben, Preise eintragen und Bilder hochladen. Außerdem zeigt euch die App an wie der Campingplatz ausgestattet ist, z.B. ob es Duschen gibt. Oft findet ihr auch Infos zu Straßenzuständen oder ob sich z.B. die Besichtigung eines Wasserfalls in der Trockenzeit lohnt. Falls ihr zwischendurch wieder Netz habt könnt ihr die neuesten Infos herunterladen. Wenn ihr euch in die Funktionsweise eingearbeitet habt, ist diese App goldwert!

Von Darwin nach Broome

Unsere Route durch Australiens Norden beginnt in Darwin. Unser erstes Ziel ist der Kakadu Nationalpark, weiter geht es bis nach Katherine, wo wir auf den Great Northern Highway fahren. Dieser führt uns in den Bundesstaat Western Australia, vorbei an Kununurra, wo wir nach Wyndham abbiegen. Entlang der Strecke gibt es mehrere Nationalparks zu entdecken. In Wyndham biegen wir auf die berühmte Gibb River Road ab, wo mehrere Flussdurchquerungen notwendig sind. Aber die unglaublich schöne und unberührte Kimberley Region sollte man gesehen haben! In Derby kehren wir wir auf den Great Northern Highway zurück und folgen ihm bis nach Broome.

Anschließend fahren wir wieder nach Darwin zurück. Auf dem Rückweg folgen wir diesmal dem Great Northern Highway und haben die Möglichkeit den Meteoritenkrater bei Wolfe Creek zu sehen und die weltberühmten Bungle Bungles im Purnululu Nationalpark zu entdecken. Auf dem Rückweg nach Darwin besuchen wir noch weitere National Parks. Unsere Reise ist voller Abenteuer, beeindruckenden Landschaften, unberührter Natur und unvergesslichen Erlebnissen! Seid ihr gespannt auf den Norden Australiens, dann verfolgt unsere Blogeinträge!

Aufbruch ins Abenteuer

Den ersten Tag sollte man für den Einkauf, den Aufbau und die Organisation verwenden. Nach unserem Shoppingtag haben wir Darwin verlassen und sind Richtung Kakadu National Park aufgebrochen. An diesem Tag sind wir bis zum „Window on the Wetlands“ gefahren. Ein kleines Museum mit Aussicht über die Landschaft. Heute haben wir also noch ca. 170km zurück gelegt.

Window on the Wetlands

Achja, denkt daran euch im Norden von Flüssen und Seen fernzuhalten. Salzwasserkrokodile, sog. Salties schwimmen sowohl im Salz- als auch im Süßwasser und greifen Menschen an. Findet ihr keine Schild, das das Baden an dieser Stelle erlaubt, bleibt vom Wasserrand fern. Natürlich badet ihr trotzdem auf eigenes Risiko 😉

Be Crocwise

Nach dem Stopp fahren wir zur „Information Bay“ kurz vor dem Kakadu National Park. Hier übernachten wir. Es ist zwar nicht als Campingplatz ausgeschrieben, aber „No Camping“ Schilder können wir nirgends entdecken. Diese Schilder sollte man unbedingt beachten, denn die Strafen sind sehr hoch.

Unser Campingplatz

Der Platz ist sehr groß, es gibt Parkbänke und Spültoiletten. Natürlich heißt es jetzt erstmal Luftmatratze aufpumpen und alles ordnen! 😉

Erste Hürde geschafft! Jetzt kann es los gehen!

Dieser Artikel beruht allein auf unseren Erfahrungen. Wir übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben. Freuen uns aber, wenn wir euch weiterhelfen konnten! 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.