Port Antonio – River Rafting auf dem Rio Grande

Auf Jamaika gibt es über 100 Flüsse und einer der größten ist der Rio Grande bei Port Antonio. River Rafting ist deshalb eine beliebte Touristenattraktion in Jamaika und sollte man sich nicht entgehen lassen! Der Begriff Rafting ist ein wenig irreführend. Man darf sich darunter kein Wildwasser Rafting vorstellen, sondern man fährt gemütlich in einem Floß den Fluss hinunter. Klingt langweilig? Nicht wenn ihr das tolle Floß seht! Man fährt nämlich auf einem echten Bambusfloß, das der Captain selbst gebaut hat. Früher wurden Bananen mithilfe dieser Bambusflöße zur Küste transportiert, aber der Bananenanbau ist nicht mehr so populär.

Was viele nicht wissen, in den 70er Jahren begann der Tourismus auf Jamaika und zwar hier in Port Antonio. Der kleine Ort begann sich auf den Tourismus zu spezialisieren und transportierte statt Bananen lieber Touristen die Flüsse hinunter. Nachdem aber die Häfen für die riesigen Kreuzfahrtschiffe in Montego Bay, Falmouth und Ocho Rios fertiggestellt wurden, hat sich der Tourismus aus Port Antonio zurück gezogen. Um das kleine Örtchen ist es wieder ruhiger geworden und es finden sich tatsächlich nur wenige Touristen hier. Für uns ist das natürlich positiv, denn hier wurden die Menschen noch nicht vom schnellen Geld verdorben, man kann noch das wahre Jamaika erleben. Außerdem hat Port Antonio so viele Aktivitäten zu bieten und mit dem Frenchman’s Cove den schönsten Strand Jamaikas. Schon jetzt lieben wir die Gegend um Port Antonio und es wird auch unser Lieblingsort auf Jamaika bleiben!

Nun aber weiter im Text. Das River Rafting auf dem Río Grande soll von allen River Raftings auf Jamaika das Beste sein, denn der Fluss ist riesig, das Wasser klar und natürlich kaum Touristen! Außerdem soll die Landschaft sehr schön sein.

Must-Do: River Rafting auf dem Rio Grande

Aus diesem Grund fahren wir diesen Morgen, obwohl das Wetter ein wenig wechselhaft ist, mit einem Route-Taxi für 150JMD (1€) pro Person nach Port Antonio. Das Route-Taxi zum Rio Grande – ja es gibt ein Route-Taxi zum Rio Grande – fährt leider nicht von der Tankstelle in Port Antonio. Stattdessen müssen wir zur Bridge Street laufen. Freundliche Einheimische zeigen uns den Weg. Unterwegs werden wir von „Garfield“ angesprochen. Er bietet ebenfalls Rafting Touren auf dem Río Grande, ist aber illegal. Nicht nur das, wir haben zum Glück schon zuvor im Internet viel schlechtes über ihn gelesen und lehnen deshalb ab. Er wird immer hartnäckiger und zuletzt auch ziemlich unfreundlich! Vorsicht vor „Garfield“! Mit ihm habt ihr wahrscheinlich keine schöne Tour.

Das Route-Taxi ist dann schnell gefunden, für 200JMD (1,5€) pro Person fahren wir zum Rio Grande Rafting Entrance. Unterwegs versucht uns der Taxifahrer seinen Freund als Captain zu empfehlen. Das Rafting ist nämlich staatlich und die Einheimischen verdienen mehr Geld wenn man direkt mit ihnen fährt. Das haben wir auch schon bei den Reach Falls erlebt. In diesem Fall wäre der Captain sogar legal, denn er arbeitet auch offiziell für die Rafting Organisation, er würde uns aber „privat“ fahren. Unser Hotel hat uns aber empfohlen mit der offiziellen Tour zu gehen und wir bestehen auch darauf.

Am Eingang steht nur ein kleines Häuschen mit Ticket Office und Toilette, die man auf jeden Fall noch benutzen sollte, denn die Rafting Tour dauert ca. 3 Stunden. Das Ticket kostet 90USD (73€) für ein Floß, es haben max. 2 Personen Platz. Der Preis für die Tour steigt immer wieder an, könnte mittlerweile auch schon teurer sein 😉

Rio Grande River Rafting Entrance

Dann geht es gleich los, wir sind die einzigen Touristen, die gerade hier sind! Das Bambusfloß sieht wirklich toll aus! Es wurden nur ein paar lange Bambusstangen aneinander gebunden und eine Sitzkonstruktion, ebenfalls aus Bambus, in die Mitte gebaut. Das Wetter in Port Antonio ist auch zur Trockenzeit unbeständig, es gibt sogar einen Regenschirm.

Unser Bambusfloß

Unser Captain heißt Walford und hat schon über 40 Jahre Rafting Erfahrung, wir fühlen uns also in guten Händen 😉

Unser Captain heißt Walford

Für mehrere Kilometer geht es nun den Rio Grande hinunter, manchmal ein breiter und grün leuchtender Fluss, viel Vegetation, ruhiges und klares Wasser oder leichte Stromschnellen. Die Fahrt wird nicht langweilig!

Wir fahren den wunderschönen Rio Grande hinunter
Von „Rafting“ weit entfernt, aber trotzdem spaßig!

Unterwegs genießen wir die Landschaft und die irgendwie witzige Idee auf einem Bambusfloß einen Fluss in Jamaika hinunter zu fahren. Mitten im Nirgendwo und wir sind die einzigen hier! Aber Walford erzählt uns auch viel zu Jamaika und beantwortet unsere neugierigen Fragen.

Wie die meisten Touristen dürfen wir auch hören wie schlecht bezahlt der Job ist und wahrscheinlich stimmt das auch. Wir wissen es nicht, aber Walford bringt uns sicher über mehrere Kilometer und Stunden mit der Stake den Fluss hinunter, womit er sich ein tolles Trinkgeld verdient hat (15USD/12€).

Nach dreiviertel des Weges kommen wir zu einem optionalen Stopp, wo man etwas Essen kann und ein Bad im Fluss nehmen.

Optionaler Stopp zum Essen und Baden

Wir haben schon viel von Belindas Kochkünsten auf TripAdvisor gelesen, weshalb wir uns ein leckeres Essen nicht entgehen lassen wollen. Große eiserne Töpfe köcheln über der Feuerstelle, alles sieht sehr rustikal und interessant aus!

Ein echtes Erlebnis: Belinda kocht mitten im Dschungel

Das Hühnchen kostet 800JMD (5,5€) und ist damit nicht einmal teuer. Authentischere jamaikanische Küche gibt es wohl nicht! Und das Essen ist wirklich unglaublich gut! Das darf man nicht verpassen! Und keine Sorge, obwohl natürlich alles sehr einfach aussieht, es gab keine Magenprobleme danach 😉

Nicht verpassen! Das Essen ist überraschend lecker!

Anschließend nehmen wir noch ein kurzes Bad im Rio Grande. Das Wasser ist etwas frisch, aber sauber und klar!

Kurze Abkühlung im Rio Grande

Auf der Weiterfahrt dürfen wir uns auch mal an der Stake probieren und das Floß steuern! Es sieht nicht schwierig aus, aber es ist tatsächlich ein wenig Technik gefragt!

Wir dürfen uns auch an der Stake probieren

Als wir das Meer erreichen sind wir am Ende unserer Flussfahrt. Beim „Rafters Rest“ verabschieden wir uns von Walford. Hier gibt es Toiletten und Souvenirs zu kaufen.

Am Rafters Rest ist die Bootsfahrt zu Ende

Direkt an der Straße halten wir ein Route-Taxi auf und fahren zurück nach Port Antonio.

Zusammenfassung und Tipps für Port Antonio und Umgebung

Unsere Unterkunft in Port Antonio (Fairy Hill)

Polish Princess Guest House

Zimmer inklusive Frühstück ab 50€ pro Nacht

  • Bewertung bei booking.com: 9,4
  • sehr schöne Zimmer mit Terrasse und WLAN
  • sehr engagierte und freundliche Besitzer
  • Blue Lagoon und Winnifred Beach zu Fuß erreichbar
  • Frenchman’s Cove und San San Beach nur 5min entfernt

Tipps für Port Antonio und Umgebung

  • Tipps zum Transfer auf Jamaika
  • Mit dem Route-Taxi (200JMD/1,5€ pro Person) von der Bridge Street in Port Antonio zum Rio Grande Rafting (ein Unternehmen der Regierung)
  • Taxifahrer wird versuchen euch einen „privaten“ Captain aufzuschwatzen, bleibt standhaft und sagt ihr wollt die offizielle Tour
  • Vorsicht vor „Garfield“, er ist ein Betrüger
  • Kosten Rio Grande River Rafting: 90USD (73€) pro Floß (max 2 Personen); ca. 3 Stunden Dauer
  • Stopp bei Belinda’s: bestes Essen auf Jamaika und das mitten im Dschungel! Kosten für Chicken Stew: 800JMD (5,5€)
  • Am Ende einfach ein Route-Taxi zurück nach Port Antonio nehmen
  • Eintritt und Öffnungszeiten Reach Falls: 10USD (8€) pro Person; 8:30 – 16:30 Uhr, Montag und Dienstag geschlossen
  • Route-Taxi Port Antonio – Fairy Hill: 150JMD (1€); kurze Strecken 100JMD (0,7€)
  • Route-Taxi Station befindet sich in Port Antonio bei der Tankstelle
  • Frenchmans Cove, Winifred Beach, Blue Lagoon und San San Beach ca. 10km von Port Antonio entfernt bei Fairy Hill
  • Mietwagen in Jamaika sehr teuer, ab 50€ pro Tag für einen Kleinwagen
  • Blue Lagoon: Eintritt kostenlos, Bootsfahrt möglich (25-30USD) pro Person
  • Geheimtipp Blue Lagoon: versteckte Süßwasserquelle erreichbar über einen kleinen Pfad von der Straße (Loch in der Mauer)

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