Tagesausflug nach Macau von Hongkong

Heute besuchen wir den einzigen Ort in China, wo das Glücksspiel erlaubt ist: Macau! Vertreten sind viele Hotels und Casinos, die man aus Las Vegas kennt, manchmal sogar in identischen Nachbauten. Unterschied: Macaus Umsätze sind siebenmal höher als Las Vegas und lässt die berühmte Glücksspielmetropole damit alt aussehen. Zuvor eine portugiesische Kolonie, wurde Macau erst 1999 offiziell an China übergeben.

Macau kann man leicht in einem Tagesausflug von Hongkong aus erreichen. Wir fahren mit der MTR zur Sheung Wan Station auf Hongkong Island und laufen zum Fährhafen. Turbojet und Cotai Water Jet fahren fast rund um die Uhr zwischen Hongkong und Macau. Wir versuchen es zunächst bei Turbojet, da die Fähre viertelstündlich fährt. Leider sind die Economy Tickets schon so weit ausgebucht, dass wir eine Stunde warten müssten. Cotai Water Jet liegt etwas versteckt, deshalb ist hier nicht einmal halb so viel los und wir bekommen die Fähre in einer halben Stunde. Eine einfache Fahrt kostet 165HKD (18€).

Anschließend müssen wir durch die Immigration. Da Hongkong und auch Macau Sonderverwaltungszonen Chinas sind, sind die Regeln ein wenig anders. Gut für uns, denn für China benötigt man als Deutscher ein Visum, für Hongkong und Macau nicht! Aber: Reisepass nicht vergessen! Dann geht es los. Die Fähre ist in einem ordentlichen Zustand und die ruhige Fahrt von Hongkong nach Macau dauert nur eine Stunde.

In Macau müssen wir nur noch einreisen und um den Transport müssen wir uns keine Sorgen machen. Der Taipa Ferry Pier, den Cotai Water Jet ansteuert, liegt zwar auf der unteren Insel Macaus und ist vom Zentrum ein wenig entfernt, aber auch hier warten die kostenlosen Casino Shuttle Busse schon auf uns. Sie verbinden die Fährhäfen, das Stadtzentrum und den „Cotai Strip“ miteinander. Wir nehmen den Bus zum Casino Lisboa beim Stadtzentrum. Wir sehen uns zunächst ein wenig um, beschließen aber weiter zum Senado Square zu laufen. Dort ist durch die bunten Kolonialhäuser, den Mosaikboden und die verschnörkelten Fliesen der portugiesische Einfluss am deutlichsten zu erkennen.

Senado Square Macau

Wir folgen der Straße zu den Ruinen der St. Paul Kathedrale und kommen kaum durch! Die Straßen sind vollgestopft mit Touristen! An jeder Ecke stehen Verkäufer und verteilen kostenlose Probierproben verschiedener Macau-typischer Spezialitäten, darunter getrocknetes Fleisch (Bok Kwa) und Almond Cookies. Das Fleisch ist Geschmackssache, aber die Cookies sind sehr lecker. So wie der portugiesische Egg Tart, den man für 5 MOP/HKD (0,5€) überall bekommt. Der Pork Chop Bun steht ebenfalls auf der Probierliste bei einem Macau Besuch. Finden wir allerdings nichts besonderes, einfach ein Schweinesteaksemmel (30MOP/HKD = 3€).

„Belebte“ Straße zwischen Senado Square und den Ruinen der St. Paul Kathedrale
Es gibt viel zu probieren!

Nachdem wir uns durch die Massen an Touristen und Probierhäppchen gekämpft haben, stehen wir vor den Stufen zur St. Paul Kathedrale. Zumindest was davon übrig ist. Ein Feuer hat 1834 alles bis auf die Fassade zerstört. Die Ruinen der St. Paul Kathedrale sind das Wahrzeichen Macaus und natürlich ein Must-See für jeden Touristen. Wir haben das Glück, dass ein Restaurationskran den Blick auf die weltberühmte Fassade verunstaltet 😀 Das hindert die vielen vielen Touristen aber nicht daran fleißig Selfies zu machen!

Wahrzeichen von Macau: Ruinen der St. Paul Kathedrale

Direkt neben den Ruinen der St. Paul Kathedrale befindet sich die Monte Fort Festung. Der Eintritt ist kostenlos und die Festung selbst nicht sonderlich spektakulär, aber man hat einen tollen 360° Blick auf Macau. Zwischen neuen Gebäuden finden sich viele alte und heruntergekommene Gebäude, alle dicht gedrängt. Wer will, kann sinnbildlich auch mit einer Kanone auf das Lisboa Casino schießen 😉

Monte Fort
Blick auf Macau von der Monte Fort Festung

Casino Lisboa

Auf der anderen Seite der Ruinen befindet sich der kleine Na Cha Tempel. Man könnte noch ein wenig durch die portugiesisch angehauchten Gassen schlendern, aber wir machen uns auf den Rückweg zu den Casinos.

Na Cha Tempel

Zunächst besuchen wir das bei Chinesen beliebte Lisboa Casino. Wer die amerikanischen Casinos kennt, wird ganz schön enttäuscht sein. Der Raum ist dunkel, fast düster, keine Verzierungen oder sonstige Dekoration, man wird mit keinem Lächeln begrüßt. Jeder sitzt sehr ernst und konzentriert an den Spieltischen und unzählige Wachleute überprüfen, dass unbedingt das Foto-Verbot eingehalten wird.

Lisboa Casino

Wir bleiben deshalb nicht lange und gehen weiter zum Wynn Casino. Dort gibt es wieder den Las Vegas typischen Prunk, sogar eine Wassershow wird vor dem Casino geboten. Hier sieht es mehr nach Spaß aus beim Spielen, allerdings muss man auf die gratis Cocktails und Getränke in Macau verzichten. Man bekommt höchstens Tee oder Kaffee serviert und die meisten chinesischen Glücksspiele verstehen wir nicht 😉

Wynn Casino

Mit dem kostenlosen Shuttle Bus des Wynn Casinos fahren wir zum Cotai Strip. Hier findet man die meisten und auch deutlich größeren Casinos. Auch das Wynn ist hier wieder vertreten. Zunächst können wir den Ausgang nicht finden, bis wir uns auf einmal in einer Gondel sitzend wiederfinden, die uns über das Wasser vor das Casino transportiert 😀

Das Wynn Palace erreicht man über eine Gondel

Wir laufen weiter zum Venetian, die Straßen sind leer und ruhig. Keine Menschenmassen, keine Schausteller, keine Restaurants und Souvenirshops… Im Venetian ist dann wieder deutlich mehr los. Wir würden fast behaupten, dass es eine 1:1 Nachbildung des Venetian in Las Vegas ist, nur nicht ganz so hochwertig. Aber dafür größer! Wir laufen, laufen und laufen – puhh sind die Distanzen groß! Auch hier herrscht wieder sehr strenges Foto-Verbot, deshalb haben wir leider keine Aufnahmen vom Casino selbst.

The Venetian

Daneben befindet sich das Parisian Casino, mit einer Nachbildung des Eiffelturms.

The Parisian mit Eiffelturm

Langsam wird es dunkel und die Lichter beginnen zu leuchten, das Gewusel, Musik und eine vergnügte Atmosphäre wie in Las Vegas will hier aber nicht so recht aufkommen.

Cotai Strip bei Nacht

Wir machen uns deshalb auf den Rückweg. Mit dem Shuttle Bus fahren wir wieder zum Taipa Ferry Pier. Auch diesmal ist bei Cotai Waterjet nicht viel los und wir bekommen gleich die nächste Fähre mit Nachtzuschlag für 190HKD (20,5€) nach Kowloon (Hongkong). Die Fahrt dauert wieder eine Stunde und ist sehr ruhig.

In Kowloon machen wir uns auf den Weg zu Tsim Sha Tsui. Dort legen nämlich die Dschunken an, die den Fluss entlang der Skyline befahren. Für 45min kann man auf einer chinesischen Holzdschunke mit den prächtigen roten Segeln fahren. Am Pier gibt es keinen Ticketverkauf oder auch sonst nicht viele Hinweise. Einzig die Internetseite von Aqualuna ist hilfreich, denn dort erfährt man den Preis und die Abfahrtszeiten. Dann einfach vorne an der Anlegestelle warten. Der Standardpreis beträgt 220HKD (24€) und ein Getränk ist inkludiert.

Wir entspannen auf den schönen Loungemöbeln und genießen bei einem Drink mit Loungemusik die vorbeiziehenden Lichter des nächtlichen Hongkongs. Ein wunderschöner Abschluss des heutigen Tages. Sehr zu empfehlen!

Fahrt mit einer chinesischen Holzdschunke

Zusammenfassung und Tipps für Macau und Hongkong

Unsere Unterkunft in Kowloon (Hongkong)

Hang Ho Hostel

Zimmer unter 50€ pro Nacht

  • Bewertung bei booking.com: 8.0 (Sehr gut)
  • Zimmer inkl. eigenem Bad, TV, WLAN, Klimaanlage
  • Zentrale Lage: MTR Jordan Station und Airport Bus A22 direkt vor der Tür
  • Umgebung: sehr viele Restaurants, Streetfood, Supermärkte, Bäckerei
  • Temple Street Market nur 5min entfernt
  • Nachteil: Zimmer mit Fenster sind nachts etwas laut (Straßenlärm)

Tipps für Macau

  • Turbojet und Cotai Water Jet fahren fast rund um die Uhr zwischen Hongkong und Macau (165-190HKD (18-21€) one way)
  • Cotai Waterjet ist nicht so stark frequentiert, da es zum „unbeliebteren“ Taipa Pier in Macau fährt
  • kostenlose Shuttle Busse der Casinos fahren zwischen beiden Piers, dem Zentrum und dem Cotai Strip, man spart sich deshalb das Taxi
  • Für Macau und Hongkong benötigt man als deutscher Staatsbürger kein Visum, man muss aber jeweils Ein- und Ausreisen, also Reisepass nicht vergessen
  • In Macau kann man auch mit Hongkong-Dollar bezahlen, der hat denselben Wert wie die Macau-Pataca (9 HKD/MOP = 1 €)
  • Spezialitäten Macaus: Egg Tart und Pork Chop Bun

Tipps für Hongkong

  • Fahrt mit einer chinesischen Dschunke: Evening Harbour Cruise 220HKD (24€) alle Infos auf der Website von Aqualuna
  • Geheimtipp: Tim Ho Wan Sternerestaurant, „Billigstes Sternerestaurant der Welt“; Preise: 10-35HKD (1-3€)
  • Abschalten von der hektischen und vollen Großstadt: Nan Lian Garden & Chi Lin Nunnery
  • Märkte in Kowloon besuchen: Flower, Goldfish, Ladies, Ap Liu Flea, Temple Street Market
  • Man erreicht den Victoria Peak entweder mit der Peak Tram (28HKD (3€) one way, 40HKD (4,5€) return) oder dem Bus #15 (9,7HKD; 1€)
  • Wenn möglich den Victoria Peak bei Tag und Nacht besuchen!
  • Lange Warteschlangen bei der Peak Tram
  • Jeden Abend um 20 Uhr findet die Symphony of Lights statt, am besten von Tsim Sha Tsui zu sehen, aber nicht allzu große Erwartungen haben
  • Octopus Card: 150HKD (50HKD Kaution + 100HKD Guthaben) Bezahlsystem für öffentlichen Nahverkehr, bei Rückgabe bekommt man 41HKD Kaution und das restliche Guthaben wieder zurück; effektiv kostet die Octopus Card 9HKD (1€) 😉
  • Touristensimkarte: 118HKD (13€) 8 Tage 5GB, aber überall in Hongkong gibt es kostenloses WLAN – nicht unbedingt notwendig
  • Star Ferry: 2,7HKD (0,3€)
  • MTR sehr günstig und gut organisiert in Hongkong
  • Mit der DKB Kreditkarte kostenlos am HSBC Geldautomaten Geld abheben
  • Gut zu wissen: aufgrund des extrem hohen Platzmangels in Hongkong sind die meisten Hotelzimmer nur ca. 9m² groß – Squeeze! 😉
  • Unbedingt den Temple Street Market besuchen und Street Food probieren – Tipp: Egg Waffles!

Ein Gedanke zu „Tagesausflug nach Macau von Hongkong

  1. Hey!
    Ein wunderschönes ziel habt ihr euch da gesucht. Die verknüpfung der Chinesischen im der Portugiesischen Geschichte ist denke ich, sowieso eine der spannensten zusammenhänge der letzten 500 Jahre. Alles begann mit dem weißen Gold! Danke für die schönen Fotos, und die Eindrücke von den Europäischen resten am anderen Ende der Welt!

    MFG
    Miss Jones

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